Rückblick auf das frauenstark! 2018

Die dritte Ausgabe des Filmfestivals «frauenstark!» ist vergangenen November/Dezember sehr erfolgreich über die Bühne gegangen. Das ist eine gute Gelegenheit, um zurückzublicken. Anja Baier, Leiterin des Filmfestivals, gibt Auskunft, wie sie die dritte Austragung vergangenen November/Dezember 2018 erlebt hat.

 

Anja, wie beurteilst Du das 3. «frauenstark!» rückblickend? Hat es deine Erwartungen erfüllt?

Ich bin sehr zufrieden, wie sich das Filmfestival in den letzten drei Jahren entwickelt hat. Filme rund um die Thematik Gender, Gewalt und Frauenrechte ziehen natürlich nicht zahlreiches Publikum an. Aus diesem Grund sind wir hocherfreut, wie gut manche Filme dennoch besucht worden sind. Unser Eröffnungsfilm «#Female Pleasure» war bereits Tage zuvor ausverkauft, und der kenianische Film «Rafiki» war ebenfalls sehr beliebt.

Toll ist es auch, dass immer mehr Organisationen mit dem Wunsch auf uns zukommen, an unserem Filmfestival frauenstark! gemeinsam mit uns einen Film zu präsentieren. Es ist wichtig, dass sich Frauenorganisationen gut vernetzen und gegenseitig unterstützen.

 

Welches waren deine Highlights?

Ein Highlight war natürlich die Eröffnung mit dem Film «#Female Pleasure». Die Regisseurin Barbara Miller, welche an diesem Abend persönlich anwesend war, hat hier einen grossartigen Film geschaffen. Der Film porträtiert fünf starke Frauen aus unterschiedlichen Weltregionen, die sich mit aller Kraft für die Selbstbestimmung und gegen die Unterdrückung der weiblichen Sexualität einsetzen. Das tolle an diesem Film ist, dass er trotz schwieriger Themen Mut macht, sich zu engagieren, und nicht einfach nur anklagt.

Ein weiteres Highlight waren die Schulvorführungen, die wieder sehr gut besucht waren. In dieser Ausgabe haben wir den Film «Goliath» gezeigt und mit Schulklassen über die Thematik «Männlichkeitsvorstellungen und Gewalt» diskutiert. Ein hochaktuelles Thema, das Jugendliche interessiert und bewegt.

 

Du hast «Goliath» erwähnt. Welchen Stellenwert haben die Schulvorführungen?

Es ist toll, mit jungen Menschen in einen Austausch zu treten. Die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen ist ausgesprochen wichtig und kann nicht früh genug stattfinden. Auch in unseren Projekten in Westafrika und im Westbalkan versuchen wir insbesondere mit jungen Frauen und Männern zusammenzuarbeiten und sie für Geschlechtergerechtigkeit zu sensibilisieren.

 

Was schwebt dir für die nächste Ausgabe vor?

Wir hoffen, 2019 in dieser Form weiterfahren zu können. In den letzten Jahren sind viele neue tolle Frauenfilme entstanden und immer mehr weibliche Regisseurinnen treten ins Rampenlicht. Diese Filme wollen wir zeigen.